Fredl Fesl: „Steig aussi beim Fenster, bei da Tür is scho z´spad“

fesl_fredl1Der niederbayerische Volkssänger Fredl Fesl beeinflusste eine ganze Generation von Kleinkünstlern. Bei seinen unkonventionellen Auftritten in den 60er und 70er Jahren im Münchner Song Parnass oder im MUH staunte das Publikum nicht schlecht: Da traute sich einer nur mit seiner Gitarre auf die Bühne, palaverte sich durch schier endlose Ansagen und interpretierte schließlich alt bewährte Volksmusikstücke auf neue, einzigartige Weise. Die alten Leiern bekamen ihre ursprüngliche Ausdruckskraft zurück. Seine Interpretation vom Fensterstockhias inspirierte einige Nachahmer, es ihm gleichzutun: Die bewährten Stücke wurden frecher, lebendiger gesungen. Kollegen wie die junge Biermösl Blosn wurde durch Fesl erst die Absurdität mancher alt hergebrachter Volkslieder bewusst.

Fesl sang aber nicht nur altbewährtes neu (wie z.B. seine einzigartige Interpretation vom Königsjodler), sondern schrieb natürlich auch selbst. Musikalisch reihen sich seine Lieder in die volkstümliche Tradition ein, getreu dem Motto: „Lieder aus meiner niederbayerischen Heimat Niederbayern, in D-Dur und in höchster Vollendung.“ Wie die Ansagen zeugen auch die Liedtexte von einem hintersinnigen und spitzbübischen Humor, der so typisch für Fesl ist. Bei all der Komik hatten bei Fredl Fesls Auftritten aber auch immer die ernsten und traurigen Töne ihren Platz, so beispielsweise beim wunderschönen schwedischen Trinklied „So trolln wir uns“ von Carl Michael Bellmann.

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