Goldgrund: Wir können nur spekulieren

„Kein Event-Scheiß, sondern was Nachhaltiges“

Auszug aus dem aktuellen curt #77 Frühling 2014:

… Den Goldgrund-Aktivisten geht es  nicht darum, nur anzuprangern. Viel mehr wollen sie selbst Lösungswege zeigen. Natürlich hilft die mediale Aufmerksamkeit, die Till Hofmann durch seine gute Vernetzung in der Künstlerszene schnell generieren kann. Aber vor allem ist sein Protest so erfolgreich, weil man ihm anmerkt, dass er aus der Mitte der Gesellschaft kommt. Hier packen alle mit an, weil es alle angeht. Wer nicht direkt betroffen ist, der kennt zumindest wen, der unter utopischen Mieten oder horrender Makler-Provision leidet. Hier wird kreativ gegen eine geschleckte Innenstadt gekämpft, Münchens Charme soll erhalten bleiben. Wo gewachsene Strukturen mit Ecken und Kanten durch gleichgeschaltete Betonbauten ersetzt werden sollen, kann man sicher auch zukünftig auf Goldgrund-Protest zählen.

Grisi Ganzer, Alex Rühle und Till Hofmann von Goldgrund
Grisi Ganzer, Alex Rühle und Till Hofmann von Goldgrund

Im Februar protestierte Goldgrund gegen den Abriss der Häuser 2-6 in der Münchner Müllerstraße – vorerst vergebens: In der Stadtratssitzung vom 19. Februar wurde der Abriss der Häuser 2 und 4 beschlossen. Trotzdem hat sich der Aufwand gelohnt, so Till Hofmann: „Das hat sich so oder so rentiert, weil der Bolzplatz und das Haus Nummer 6 gerettet sind, und weil sie jetzt den Eindruck haben, dass ihnen ein paar Wahnsinnige auf die Finger schauen. Das hat man schon gemerkt.“

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