Theater im Fraunhofer: neue Intendanz!

Seit 1. April haben wir die Leitung des Fraunhofer Theaters im Münchner Glockenbachviertel übernommen.

fraunhofer steffi claudia 1Stephanie Obermeier, geboren 1983 in München:

In den letzten Jahren stand Volksmusik und Musik in aktiver wie passiver Form für mich im Mittelpunkt. Durch verschiedene Projekte als Musikerin konnte ich mir einen guten Überblick und Kontakt zur Szene verschaffen. Umso mehr freue ich mich nun im Fraunhofer Theater mein bisher Gelebtes und Erfahrenes einbringen zu können, und freue mich auf ein bunt gemischtes Programm, das sich nach wie vor unsere bayrische Volksmusikkultur als Ausgangsbasis bewahrt, sich aber zu verschiedene Kulturen und Länder wie auch Musikbereiche hin öffnet.

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Claudia Pichler, geboren 1985 in München:

Seit meinem Literaturstudium an der LMU beschäftige ich mich intensiv mit Kabarett – als Lektorin von Gerhard Polt, im Management der Familie Well, als Redakteurin für den BR oder die MUH, im Abenddienst für das Lustspielhaus – und möchte mich im Fraunhofer Theater besonders den Bereichen Kabarett, Literatur und Theater widmen.

 

 

Zusammen wollen wir künftig für das Fraunhofer Theater ein Programm gestalten, bei dem Bewährtes ebenso Platz findet wie Neues und (noch) Unbekanntes.

Ich freue mich sehr auf die neue Herausforderung und auf eine gute Zusammenarbeit mit Steffi, unserem Wirt Beppi Bachmaier und dem gesamten Fraunhofer-Team. Und natürlich freue ich mich, das Theater-Stammpublikum kennenzulernen und auch ein paar neue Gesichter ins Theater zu locken.

fraunhofer steffi claudia 6Wir übernehmen die Leitung aus den bewährten Händen von Martin Jonas und Felix Gattinger, die uns super auf unsere neue Aufgabe vorbereitet haben und die wir mindestens bei den wunderbaren Wasserglaslesungen wiedersehen werden!

Ein Abend im MUH

Muh-PlakatBei der Arbeit am Biermösl-Buch fiel mir dieses improvisierte MUH-Plakat in die Hände. Die Machart ist mir nicht nur höchst sympathisch, sondern macht mich auch neugierig, wie es wohl so war, damals im MUH.

Also hab ich mal nachgefragt bei einem, der es wissen muss: Beppi Bachmaier gründete mit Uwe Kleinschmidt 1972 das MUH (Musikalisches Unterholz) in der Münchner Hackenstraße.

An einem „normalen“ Abend im MUH traten etwa vier bis sechs Künstler oder Gruppen auf. Je nachdem, wie sie ankamen, durften sie zwischen 15 und 30 Minuten lang spielen. Das war natürlich gut fürs Publikum: Wenn einer nicht so gefiel, war zumindest das Ende absehbar. So richtig runtergepfiffen von der Bühne wurde zwar keiner, aber manchmal setzten Beppi und Uwe auch absichtlich einen eher zähen Künstler – oder nervig, wie Beppi es nennt – ein, damit eine lange Nacht im MUH endlich ein Ende nahm.

Wenn ein Engpass bei den Künstlern herrschte, so sprachen sie schon mal begabte Straßenmusiker an und luden diese ins MUH ein. Später schreckte Uwe Kleinschmidt auch nicht davor zurück, in der Ankündigung vom MUH in der Zeitung einfach Künstler aufzuzählen, die von ihrem Auftritt noch gar nichts wussten. Meistens klappte das sogar, und sie traten tatsächlich auf.

Das MUH wurzelte ideell in Bühnen wie dem Song Parnass. Seine Betreiber ließen den Künstlern aber mehr Freiheit auf der Bühne. So konnten sich die typischen Musikkabarettisten wie Fredl Fesl weiterentwickeln, die neben ihrer Musik auch lustige Gschichten oder einfach mal einen Schmarrn erzählten.

Nicht für jeden war das MUH die Geburtsstätte seiner Karriere. Viele wollten auftreten, mussten erst einmal warten, mit der Gitarre in der Hand, und wurden oft doch vertröstet, einfach weil die anderen Künstler das Publikum an diesem Abend besser unterhielten. Das war vielleicht enttäuschend, richtig traurig musste aber niemand sein – immerhin gabs immer was zum Essen und zum Trinken, wie Beppi Bachmaier erzählt.