Agentur Well: Literarisches Wirtshaus

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Montags ist Bürotag in der Agentur Well in Ascholding. Da erledigen Michael Well und ich so einiges, buchen Termine für Gerhard Polt, die Wellküren, Well-Brüder, NouWell Cousines, die drei Haxn usw., verhandeln Verträge oder verschicken Material. Aber hier entstehen auch neue Ideen: Unsere klassische Konzertreihe im Herkulessaal „Klassik twoWell“ war zum Beispiel so eine Idee. Und jetzt gibt es noch eine weitere hausgemachte Reihe, nämlich das „Literarische Wirtshaus“.

Schöne, anspruchsvolle Lesungen umrahmt mit wunderbarer Musik in einem hervorragenden bayerischen Wirtshaus und das Ganze an einem Montag – da fängt die Woche kulturell und kulinarisch schon super an! So in Kürze die Idee von unserem „Literarischen Wirtshaus“. Den Anfang macht eine Abo-Reihe mit Lesungen von Julia Cortis mit Alex Haas, Stefan Merki mit Matthias Well, Hanns Christian Müller mit Ron Evans sowie Gerhard Polt im Landgasthof Lacherdinger in Ascholding!

Die Idee gefällt uns so gut, dass wir diese Reihe unbedingt fortsetzen möchten. Sie ist auch jetzt schon sehr gefragt. Wir haben noch gar nicht groß angekündigt und schon ist das Abo voll. Hier ein Überblick über die Abende der ersten Runde:

Julia Cortis & Alex Haas: „Frank Wedekind – Eine Revue zum 100. Todestag“

Als Schriftsteller, Schauspieler, Journalist, Kabarettist und Werbetexter war er eine der schillerndsten Figuren der Schwabinger Bohème. In seinem gesamten literarischen Werk erweist er sich als ein ebenso wacher wie scharfer Kritiker der Wilhelminischen Ära. Zum 100. Todestag präsentieren Julia Cortis (Rezitation/Gesang) und Alex Haas (Gitarre/Laute) Simplicissimus-Gedichte und Bänkellieder sowie Auszüge aus Dramen und Briefen. Erläuterungen zu Wedekinds Biografie und der Rezeption seiner Werke ergänzen diesen Abend.

Stefan Merki & Matthias Well: „Kurt Tucholsky – Schloß Gripsholm“

„Wir lagen auf der Wiese und baumelten mit der Seele“ – „Schloß Gripsholm“ ist Kurt Tucholskys heiter-melancholische Liebesgeschichte, zu der er durch seinen Schwedenaufenthalt inspiriert wurde. Stefan Merki, seit 2001 Ensemblemitglied der Münchner Kammerspiele und daneben für Film und Fernsehen tätig, liest aus Tucholskys wunderbarer Sommererzählung von 1931. Musikalisch begleitet wird er von Matthias Well, aus der jüngsten Generation der Musikerfamilie Well.

Gerhard Polt: „Im Abgang nachtragend“

Der bayerische Humorist und Menschenkenner Gerhard Polt liest Geschichten und erzählt allzu Menschliches aus seiner ihm vertrauten Umgebung und bevor- zugt aus der ihm noch besser vertrauten Froschperspektive.

Hanns Christian Müller & Ron Evans: „Sonne für alle“

Hanns Christian Müller blickt in komischen, absurden, schrägen und nachdenk- lichen Geschichten auf ein turbulentes abwechslungsreiches Leben zurück aus mehr als 100 Milieu-Inseln im Theater, Film, Fernsehen, Musik, Kabarett, Schwabing der 60erJahre, Berlin, DDR, und vielen privaten Jugenderlebnissen – ganz wia im richtigen Leben. Ron Evans begleitet diese Geschichten mit selbstkomponierten Folk-Rock-Blues-Songs unplugged.

„Fremdheit bei Gerhard Polt“ wieder lieferbar

fremdheitnachschub2Jetzt ist das Buch „Fremdheit bei Gerhard Polt“ wieder lieferbar! Die erste Auflage hat genau bis zum Heiligen Abend gereicht, danach gab es eine kleine Zwangspause, da ich nicht mit so einer großen Nachfrage gerechnet habe. An dieser Stelle vielen Dank an alle neugierigen Besteller und Leserinnen!

Der Nachdruck ist also nun frisch eingetroffen und mein Buch kann wieder bestellt und sofort ausgeliefert werden. Dafür am besten einfach eine Mail mit der Rechnungsadresse an claudiapichler(at)gmx.de schreiben, dann verschicke ich das Buch mit Rechnung. Es kostet 24,- € zzgl. 2,- € Porto (in Deutschland).

 

DER GROSSE POLT – Das Konversationslexikon ist da!

coverdergrossepoltfinalDas Konversationslexikon von Gerhard Polt mit allen lebens- und überlebenswichtigen Begriffen und Erklärungen, herausgegeben von Claudia Pichler, ist ab sofort im Handel. (Weihnachten kommt bestimmt bald!)

Dieses längst überfällige Werk wurde geschaffen, um das Vertrauen in die eigene Sprachakrobatik zu stärken. Eine überwältigende Resonanz liegt in jedem Fall im Bereich des Möglichen.

Erhältlich ist das Universalglossar in der Buchhandlung Eures Vertrauens oder online.

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Vorschau auf 2017: #1 Polt-Dissertation

Das Jahr 2016 geht zu Ende, es hat uns alle unterschiedlich gefordert. Nach einem Rückblick steht mir so gar nicht der Sinn (was vielleicht auch daran liegt, dass ich eben noch mit Norovirus unterm Christbaum gelegen habe..), lieber möchte ich mich aufs nächste Jahr vorfreuen. Deshalb gibt es ein paar Vorschauen!

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Los geht es mit der für mich persönlich wohl besten Nachricht: Bei meiner Promotion ist ein Ende in Sicht! Zwar zieht sich alles nach meinem Geschmack immer noch viel zu lange hin, aber immerhin wird es jetzt konkret. Ich werde meine Arbeit Ende Februar vorlegen (ich bitte gleich mal um Nachsicht, falls ich bis dahin noch etwas von der Bildfläche verschwinden muss… 🙂 ), dann muss ich die Disputatio überstehen und zuletzt muss das gute Stück noch in Buchform veröffentlicht werden – erst dann bekomme ich die Titelurkunde. Wenn alles so klappt, wie ich mir das vorstellen, dann kann ich dieses große Projekt noch in 2017 abschließen. Im Moment bin ich – auch dank super Hilfe an verschiedenen Stellen – höchst zuversichtlich!

Ich freue mich natürlich, wenn es Interesse am künftigen Buch gibt. Sobald auch hier alles konkreter wird, wie und wo das Buch erscheinen wird und wann man es vorbestellen kann, werde ich die Kunde natürlich penetrant an dieser Stelle und überall sonst verbreiten 🙂

Lion Feuchtwangers „Erfolg“ – ein bayerischer Klassiker

Noch bis 15.2.15 ist die Ausstellung im Literaturhaus München!

Aus der MUH 15:

Hübscherweise am St.-Anna-Platz im Lehel, wo Jahrzehnte später der Tscharlie Häusler und seine Spezln ihr Wesen treiben sollten, wuchs der Schriftsteller auf, der die wohl berühmtesten Münchner Geschichten der Weltliteratur niederschrieb. Lion Jacob Arje Feuchtwanger, geboren am 7. Juli 1884, aufgewachsen in wohlhabenden Verhältnissen als Sohn eines jüdischen Fabrikanten, feierte seinen ersten großen Romanerfolg – nach jahrelanger Tätigkeit als Dramatiker – 1925 mit „Jud Süß“. Im gleichen Jahr zog er nach Berlin, nicht zuletzt desillusioniert über die politische Entwicklung in München, wo die nationalsozialistische Bewegung Fuß fasste. Aus der Berliner Distanz schrieb Feuchtwanger seine historischen Roman „Erfolg“ – das Porträt seiner Heimatstadt München.
„Erfolg“ erzählt die Geschichte Münchens von 1921 bis 1924, vor dem Hintergrund von Inflation und Arbeitslosigkeit. Der Roman setzt ein nach der blutigen Niederschlagung der Räterepublik und gipfelt im Hitlerputsch im November 1923. In fünf Büchern bildet er die wesentlichen Teile der Gesellschaft Bayerns ab: „Justiz“, „Betrieb“, „Spaß. Sport. Spiel“, „Politik und Wirtschaft“ sowie „Erfolg“. Feuchtwanger erzählt nicht die Geschichte eines einzelnen Helden, sondern bedient sich Figuren der unterschiedlichsten Schichten, montiert Einzelaufnahmen und Szenen zu einem Panoptikum seiner Zeit. In Anlehnung an die Techniken des Films entsteht so eine visionäre Überschau Münchens und seiner Bewohner. Dabei sind hinter den facettenreichen Typen mehr oder weniger deutlich Persönlichkeiten der Zeitgeschichte auszumachen. So finden Ludwig Thoma, Ludwig Ganghofer, Karl Valentin und Bert Brecht, aber auch Adolf Hitler und Erich von Ludendorff ihre Entsprechung in Romanfiguren. Auch sich selbst schafft Feuchtwanger ein Pendant: den Schriftsteller Jaques Tüverlin.
„Erfolg“ trug Lion Feuchtwanger den Unmut vieler Bayern ein. Dabei zeichnet er ein durchaus ambivalentes Bild von München. Das Buch ist auch eine Liebeserklärung an die Stadt, zeigt Sympathie für jene querschädlige, undoktrinäre Freizügigkeit, aus der das bayerische gwamperte Selbstbewusstsein gemacht ist. Keine der Figuren, handelt sie noch so verachtenswert, ist ganz frei von sympathischen Zügen. Im Vordergrund von „Erfolg“ steht aber die kritische Diagnose Bayerns, des aufkommenden Nationalsozialismus, seiner Unmenschlichkeit und Lächerlichkeit und wie ihm durch die Untätigkeit der Demokraten und die Machtgier der Verantwortlichen in Justiz und Regierung der Weg bereitet wurde. „Erfolg“ ist ein Plädoyer gegen die Dummheit und Dumpfheit der Gesellschaft und bleibt darum immer aktuell – ein echter bayerischer Klassiker.
Noch bis 15.2.2015 widmet das Münchner Literaturhaus „Erfolg“ eine Ausstellung, bei
der auch die Kernthemen des Romans und deren historischer Kontext gezeigt werden.

Kurt-Tucholsky-Leseabend

20141116_152046In meiner ersten Spielzeit als Theaterleitung im Fraunhofer hatte ich mir ein besonderes Projekt vorgenommen, einen selbst gestalteten Leseabend mit Musik. Der Wunsch-Vorleser war schnell klar, Stefan Merki, nicht nur ein hervorragender Schauspieler an den Münchner Kammerspielen und im TV, sondern eben auch ein erstklassiger Leser. Auch der Stoff war schnell gefunden: Kurt Tucholskys Schloß Gripsholm sollte es werden. Die heiter-melancholische Sommergeschichte gehört zu meinen Lieblingstexten. Die musikalische Begleitung übernahm Matthias Well mit seiner Geige.

Was die beiden dann aus der Lesefassung gestaltet haben, war eine Schau. Matthias´ musikalische Umrahmung ergänzte den Vortrag von Stefan so wunderbar, dass ein unterhaltsamer, sehr charmanter und eindrucksvoller Abend entstanden ist.

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Die Premiere am 23.10.14 im Fraunhofer Theater soll nicht die einzige Vorstellung bleiben. der Tucholsky-Leseabend ist jetzt auch im Künstler-Portfolio des Wellperiums und kann über Michael Well gebucht werden. Sehr schön, was sich aus der ursprünglich simplen Idee entwickelt hat!

Fraunhofer-Bühne auf dem Isarinselfest

Am Wochenende fand zum fünften Mal das Münchner Isarinselfest statt. Wir waren zum ersten Mal mit dabei!

Erst vor knapp einem halben Jahr haben Steffi Obermeier und ich die Leitung des Fraunhofer Theaters übernommen. Und schon haben wir uns mit unserer eigenen Fraunhofer-Bühne auf dem Isarinselfest eine schöne Zusatzaufgabe verschafft.

Die Bühne, sehr schön am Vater-Rhein-Brunnen platziert, sollte auf jeden Fall ein Tanzboden werden, das war schnell klar. Dazu wollten wir einen heiteren Querschnitt aus unserem Theaterprogramm bieten. Steffi hat die Herausforderung glänzend gemeistert und das Programm super organisiert.

Mit dabei waren Irish Ceili Band, Max Meinhardt mit Tanzanleitung von Swing and the City, Heini Zapfs Auftanzmusik, Gypsy Swing, Gudrun Mittermeier mit ihrer Band Somersault, Josef Zapf und der Niederbayerische Musikantenstammtisch, Sons of the Desert und Trio Zakk. Dazu noch das Kindertheater im Fraunhofer und die neue Lesebühne „Die Stützen der Gesellschaft„, die ab 16.9. jeden dritten Dienstag im Fraunhofer zu Gast sein wird.

Theater im Fraunhofer: neue Intendanz!

Seit 1. April haben wir die Leitung des Fraunhofer Theaters im Münchner Glockenbachviertel übernommen.

fraunhofer steffi claudia 1Stephanie Obermeier, geboren 1983 in München:

In den letzten Jahren stand Volksmusik und Musik in aktiver wie passiver Form für mich im Mittelpunkt. Durch verschiedene Projekte als Musikerin konnte ich mir einen guten Überblick und Kontakt zur Szene verschaffen. Umso mehr freue ich mich nun im Fraunhofer Theater mein bisher Gelebtes und Erfahrenes einbringen zu können, und freue mich auf ein bunt gemischtes Programm, das sich nach wie vor unsere bayrische Volksmusikkultur als Ausgangsbasis bewahrt, sich aber zu verschiedene Kulturen und Länder wie auch Musikbereiche hin öffnet.

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Claudia Pichler, geboren 1985 in München:

Seit meinem Literaturstudium an der LMU beschäftige ich mich intensiv mit Kabarett – als Lektorin von Gerhard Polt, im Management der Familie Well, als Redakteurin für den BR oder die MUH, im Abenddienst für das Lustspielhaus – und möchte mich im Fraunhofer Theater besonders den Bereichen Kabarett, Literatur und Theater widmen.

 

 

Zusammen wollen wir künftig für das Fraunhofer Theater ein Programm gestalten, bei dem Bewährtes ebenso Platz findet wie Neues und (noch) Unbekanntes.

Ich freue mich sehr auf die neue Herausforderung und auf eine gute Zusammenarbeit mit Steffi, unserem Wirt Beppi Bachmaier und dem gesamten Fraunhofer-Team. Und natürlich freue ich mich, das Theater-Stammpublikum kennenzulernen und auch ein paar neue Gesichter ins Theater zu locken.

fraunhofer steffi claudia 6Wir übernehmen die Leitung aus den bewährten Händen von Martin Jonas und Felix Gattinger, die uns super auf unsere neue Aufgabe vorbereitet haben und die wir mindestens bei den wunderbaren Wasserglaslesungen wiedersehen werden!