Sommerliche Freuden

Meine Auftrittsmöglichkeiten sind derzeit spärlich gesät. Umso schöner, wenn ein Abend dann rundum wunderbar verläuft. So erging es mir am Sa 22.8. in Regensburg im Garten des Café Pernsteiner. Auf Einladung des Statt-Theaters durfte ich dort mein Solo spielen. Das Statt-Theater kann in absehbarer Zeit nicht öffnen, es ist ein kleines, gemütliches Keller-Theater, das mit Abstandsregeln keine Chance auf Wiedereröffnung hat. Doch dann wird eben open air improvisiert. Mich freut es sehr, wenn Veranstalter*innen trotz aller Widrigkeiten nicht aufgeben, sondern sich weiter für die Kultur einsetzen. Ich finde das in diesen schwierigen Zeiten alles andere als selbstverständlich.

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Ganz groß im Kleinen Theater

Haar PETRA SCHÖNBERGER
Claudia Pichler, Kleines Theater Haar, 07.08.2020 / Geisler Fotopress/Steffi Adam

Nach genau fünf Monaten durfte ich jetzt mein Solo „Ned blöd … für a Frau!“ wieder spielen, und zwar Open Air im wunderschönen Biergarten des Kleinen Theater in Haar. Große Bühne, schönstes Wetter und sechzig gut gelaunte Gäste: Die Voraussetzungen waren super, meine Aufregung nach der langen Pause trotzdem groß.

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Die weiteren Aussichten

Ich vermisse die Bühne! Ich vermisse meine Auftritte! Ok, ich vermisse auch das Geld, das mir die Auftritte bringen könnten, aber das klingt jetzt recht unromantisch … Claudia Pichler Foto: Kim Kino / Valentin
Aber im Ernst: Mir fehlen tatsächlich Menschen, Begegnungen, Erlebnisse. Diese Isolation ist eine echte Herausforderung für mich. (Für uns alle, ich weiß!) Ich komme eigentlich gut zurecht allein, mir wird es sogar oft „zu viel“, wenn zu viel um mich los ist. Aber jetzt klingt das grad wie ein schlechter Scherz. Wann rührt sich denn endlich wieder was? Wann darf es denn wieder menscheln?
Ja, wir brauchen noch Geduld. Wie lange genau das dauern soll, kann niemand verlässlich sagen. Ich jedenfalls habe bereits etliche Phasen der Trauerbewältigung durchlebt: Ich habe mich ganz am Anfang und ganz heimlich und ganz kurz gefreut über die Zwangspause, dann habe ich viel gejammert, geweint, getrunken, geschimpft und gezweifelt an mir und der ganzen Welt.

Doch jetzt ist es irgendwie anders. Oh und ich hoffe so sehr, dass es noch eine Weile so bleibt! Ich hab genug von meiner Resignation, ich spüre endlich wieder neuen Mut – und sogar etwas kreative Energie. Deshalb werde ich aber keine Corona-Kunst fabrizieren und Videos aus dem Homeoffice produzieren, damit kann ich mich einfach nicht anfreunden (was aber für andere natürlich super funktionieren mag!).
Ich möchte gern etwas für das große „Danach“ schaffen, die ein oder andere Nummer schreiben, ein paar musikalische Eskapaden probieren oder neue Lieder kreieren. Es ist absurd schwer, sich auf andere Themen als das alles beherrschende Virus zu konzentrieren, aber da gibt es doch noch mehr. Ich muss sie nur noch finden und fassen. Und im „Danach“ wird man das dann hoffentlich auch hören wollen.

Mein Kalender 2020 ist ein absolutes Desaster. Die gestrichenen Termine deprimieren mich, die geballten Ersatztermine im jetzt übervollen Herbst geben einerseits Hoffnung, schüchtern mich andererseits auch etwas ein.
Nächstes Jahr soll mein zweites Solo-Programm Premiere feiern. Deswegen spüre ich auch diesen Druck, diese Corona-Pause für kreative Arbeit zu nutzen. Ich bin leider von Natur aus nicht sehr fleißig, eher faul sogar. Aber ich habe großen Respekt vor Terminen. Das ist das einzige, was mich wirklich motiviert. Deshalb planen wir also einfach viele schöne Termine für das nächste Jahr und das nächste Programm. Nur so kann ich mich selbst austricksen.

Als Bühnenkünstlerin braucht man Bestätigung. Ich bin noch nicht so lange solo unterwegs, aber auch ich merke schon, dass mich die Zeit der Isolation verunsichert. Sorgen, ob ich „vergessen“ werde, tauchen auf und sind vielleicht normal, wenn man sich schon zu sehr an den Applaus und unmittelbare Publikums-Reaktionen gewöhnt hat. Optimismus ist nicht gerade meine Stärke, aber ich hoffe einfach sehr, dass meine Veranstaltungen (spätestens) im Herbst alle möglich sein werden und genauso viel Freude bringen wie bisher. „Ned blöd … für a Frau!“ heißt mein aktuelles Programm, das ich auch schon vermisse. Alle Termine finden sich hier, falls es doch Mutige gibt, die sich jetzt gern Tickets kaufen möchten. Und hier noch ein kleiner Ausschnitt aus meinem Programm mit dem freundlichen Hinweis, dass man meinen Youtube-Kanal natürlich gern abonnieren kann.

 

Isolation

Das sind keine leichten Zeiten, für niemanden von uns. Wenn einem als freie Künstlerin auf einmal sämtliche Einnahmen wegbrechen, dann ist das nicht gut. Aber mir ist bewusst, dass viele andere Menschen in dieser Krise ein noch schwereres Los gezogen haben. Ich hoffe einfach sehr, dass das für uns alle glimpflich ausgeht! Natürlich vor allem gesundheitlich, aber finanziell wäre es auch schön… Auf Facebook & Co. wimmelt es derzeit von Analysen der Lage, Appellen an die Menschheit, Sorgen und kreativem Output anderer Isolierter. Jede und jeder muss den für sie und ihn besten Weg finden, mit der Situation umzugehen. Mir tut mein Rückzug aus den sozialen Netzwerken gerade sehr gut. Ich gebe meinem Tag Struktur, was schon mit dem täglichen Anziehen (ja, das klingt banal!) anfängt. Ich übe viel, würde die unerwartete freie Zeit gern für neue Texte und Lieder nutzen, aber versuche gelassen zu bleiben, wenn das einfach noch nicht so gut funktionieren mag. Ich bin recht fassungslos über diese Situation und auch etwas in Schockstarre. Das lasse ich gern zu, bis es wieder aufwärts geht. Ich lese viel, telefoniere viel und denke viel nach. Ich wünsche Euch alles Gute, bleibt gesund, tauscht Euch aus und bleibt solidarisch. Ich freue mich auf die besseren, schönen Zeiten!

Meine Bühnenauftritte kommen mir in diesen Zeiten sehr weit weg vor. Der Bericht für die Abendschau entstand vor gut einem Jahr anlässlich der Premiere von meinem ersten Solo-Programm. Ich freue mich schon sehr, wieder spielen zu dürfen!

Jubiläum: 1 Jahr Solo-Kabarett

Juhu, ein Jubiläum! Ich feiere das 1. Jahr mit einem Solo-Programm „Ned blöd – für a Frau!“ Am 23. Februar 2019 war die Premiere im Altbau in Irsee und seitdem ist so viel passiert: Genau 30 Mal habe ich solo gespielt, viele schöne Brettl-Abende mit Kolleg*innen kommen dazu. Sehr sorglos bin ich gestartet. Es war aber dann doch recht fordernd und anfangs überfordend, ganz allein zu den Terminen zu reisen, sich zurechtzufinden, Soundcheck machen, allein zwei Stunden Bühnenprogramm zu meistern und schließlich mit (oft ungefragter) Kritik umzugehen. Von waghalsiger Bühnentechnik oder mysteriöser Brotzeit mal ganz abgesehen. Manchmal ist es ganz gut, wenn man sich vorher nicht zu viele Gedanken macht. Wer weiß, ob ich mich sonst getraut hätte!
Jetzt, ein Jahr später, kann ich sagen, dass die Freude überwiegt. Ich finde es super, allein für mein Programm verantwortlich zu sein und herauszufinden, ob meine Texte funktionieren. Ich freue mich, wenn Leuten mögen, was ich erzähle oder wie ich erzähle. Vor allem bin ich erstaunt und dankbar, dass immer so viele Menschen zu meinen Veranstaltungen gekommen sind und hoffe, dass das künftig so bleibt. Natürlich gefällt manchen auch nicht, was ich mache, aber damit kann ich umgehen. Am Anfang müssen wir uns halt erst finden, meine Publikum und ich.

Eigentlich habe ich gar nicht so recht Zeit für einen schönen Rückblick, weil es nämlich momentan richtig rund geht. Aber kurz will ich schon anhalten, mir alle spannenden, schönen, lustigen – ja auch schmerzhaften – Momente vor Augen führen. Und dann geht es munter weiter zu den nächsten Stationen! Auf dass das nächste Jahr genauso toll wird!

Solo-Auftakt in Bad Endorf

Mein erster Solo-Termin im neuen Jahr führte mich in Marias Kino in Bad Endorf. Das Kino aus den 50er Jahre ist ein wunderbarer Ort und wird sehr engagiert von einem Team Ehrenamtlicher geführt. Es war schon recht aufregend nach sieben Wochen wieder solo auf der Bühne zu stehen. Aber ja, es hat ganz gut geklappt. Ich freu mich sehr, dass so viele Leute da waren und bin gespannt auf die weiteren Veranstaltungen!

Termine, Termine, Termine

P1200130Zugegeben, jetzt im Sommer im schönen München fällt es mir gar nicht so leicht an Termine zu denken, an die Bühne, ans Arbeiten im Allgemeinen… Aber der Herbst naht in großen Schritten und damit auch ganz wunderbare Termine. Schaut gern einmal vorbei, ich freue mich! (Am besten reserviert ihr auch gleich Karten, das freut nämlich die Veranstalter..)

Tadaa, das ist mein famoser Tourplan für den Herbst 2019, (immer aktuell unter diesem Link):

Sa 14.9.19 München, Fraunhoferstr. 4, JF Das Atelier, 30-Minuten-Auftritt im Goldschmiede-Showroom (ab ca. 16 Uhr, Eintritt frei)

Fr 27.9.19 Niederhausen, Tom Bauers Lachwirtschaft, Landgasthof Hager (MIX-Show)

Fr 4.10.19 München, Valentin-Karlstadt-Musäum, Turmstüberl

Fr 11.10.19 Salzburg, Salzburger Sprössling (MIX-Show)

Mo 14.10.19 München, Vereinsheim Schwabing, Blickpunkt Spot (MIX-Show)

Fr 18.10.19 Puchheim, PUC

Sa 19.10.19 Solnhofen, Alte Schule

Mi 23.10.19 München, Iberlbühne, Tickets: info@iberlbuehne.de, Tel: 089/794214

Fr 25.10.19 A-Freistadt, Kulturzentrum Salzhof, Lebenshilfe

Di 12.11.19 Regensburg, Sisters of Comedy, Statt-Theater (MIX-Show)

Do 14.11.19 Feldmoching, Glacht um Acht, Feldmochinger Hof (MIX-Show)

Fr 15.11.19 Moosburg, Rosenhof Lichtspiele

So 24.11.19 München, Volkstheater, Benefiz-Matinee der Saubande (MIX-Show)

Fr 29.11.19 München-Neuhausen, Stadtbibliothek

Solo auf der Bühne – kurzer Zwischenruf

Seit einigen Monaten spiele ich mein erstes Solo-Programm „Ned blöd … für a Frau!“ und jetzt muss ich es kurz loswerden: Danke! Danke, liebes Universum, dass Du auf verschlungenen Pfaden eingefädelt hast, dass ich mich wagemutig und leicht unbedarft in dieses Abenteuer gestürzt habe! Ganz ehrlich, wenn ich nur erahnt hätte, was es bedeutet, allein ein Kabarett-Programm zu schreiben und vor allem zu spielen, dann hätte ich mich nie getraut. Es ist beinhart, aber es lohnt sich!

Danke, liebe wunderbare veranstaltende Frauen und Männer, die ihr mir mit großer Risikobereitschaft Termine gegeben habt, diese mit vollem Einsatz beworben habt, mir einen freundlichen Empfang geboten habt, oft noch mit Shuttle-Service, sehr guten Brotzeiten und super technischer Betreuung. Vielen Dank ans Publikum! Und zwar an jede einzelne Besucherin und jeden einzelnen Besucher. Ohne Euch wäre so ein Abend nämlich ziemlich sinnlos und auch etwas traurig. Insgeheim bin ich immer erstaunt, dass Leute kommen, wenn es dann noch dazu viele Leute sind, schlage ich in meiner Garderobe Purzelbäume vor Glück.

Es ist toll, Kolleginnen und Kollegen kennenzulernen. Die Szene ist so vielfältig und bunt, von den unterschiedlichen Erfahrungen und Haltungen kann ich einiges lernen. Besonders schön ist es, dass mir viele mit Rat und Tat zur Seite stehen oder sogar Termine vermitteln. Gerade am Anfang ist das enorm hilfreich. Merci dafür!

Danke, liebe Menschen nah und näher, die ihr mich uneingeschränkt unterstützt habt, mich aufgebaut habt (ja, auch nach „guten“ Abenden, wenn das mein defätistisches Seelchen gerade nicht erkennen konnte) und mir helft, mich gegen tückische Gemeinheiten weniger lieber Menschen zu wappnen. Ein dickes Fell wäre hier sicher hilfreich, das habe ich leider nicht, lerne aber, wo es sich lohnt hinzuhören und wo eben nicht.

Einige Solo-Termine habe ich schon gemeistert – gut, anfangs grad so überlebt, dann immer entspannter gespielt und inzwischen oft uneingeschränkt genossen. Es ist eine aufregende Erfahrung und ich freue mich auf alles, was da noch kommt!